Biogasanlagen  produzieren umweltfreundlich und sauber:
elektrischen Strom und Heizenergie.




Kontakt:

Biogas-Vereenegung A.s.b.l.


Boite postale 13
L-5505 Canach
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Fax: +352 26 71 00 86

Neuigkeiten



 

Forderungskatalog der BIOGASVEREENEGUNG A.S.B.L.

Obschon wir dank der guten Zusammenarbeit der Biogasvereenegung a.s.b.l. mit den verschiedenen Ministerien und Institutionen in der letzten Zeit eine Reihe Verbesserungen und Erleichterungen verzeichnen, sind noch eine Reihe wichtige Baustellen offen.

 

1. Rückblick

 
Im Vorfeld der Novellierung „des Règlement grand-ducal du 8 février 2008 relatif à la production d’électricité basée sur les sources d’energie renouvelables“ im BereichBiogas hatte die „Biogasvereenegung a.s.b.l.“ einige Vorschläge betr. Einspeisetarife von
elektrischer und thermischer Energie ausgearbeitet. Diese Forderungen wurden 2007 an das Ministerium weitergeleitet.
 
Um einen wirtschaftlichen und kostendeckenden Betrieb sowohl mit neuen als auch mit bestehenden Biogasanlagen garantieren zu können, wurden damals von unserer Vereinigung nachfolgende Forderungen an die Vergütungssätze gestellt:
 
0 - 150 kWel: Vergütungssatz: 194 €/MWhel
151 - 300 kWel: Vergütungssatz: 184 €/MWhel
301 – 500 kWel: Vergütungssatz: 174 €/MWhel
501 – 2.500 kWel: Vergütungssatz: 164 €/Mwhel
 
Jedoch wurden unsere Forderungen für die Vergütungssätze nicht berücksichtigt! Im Jahr 2009 wurde in Zusammenarbeit mit dem „Service d’économie rurale“, dem „Fraunhofer Institut ISI“, „Myenergy“ sowie den Vertretern von der „Direction de l’énergie“ eine Anpassung der Tarife beschlossen. Diese soll sich auf 12 €/Mwh belaufen, um den höheren Substratkosten Rechnung zu tragen. Jedoch wurde eine Anpassung der Vergütungssätze bis heute noch immer nicht im Reglement umgesetzt! Am 15. Februar 2011 beschloss der Ackerbauminister, dass Biogasanlagen nach der
„Loi du 18 avril 2008 concernant le renouvellement du soutien au développement rural“ (Agrargesetz)
 nur noch dann Anspruch auf Investitionsbeihilfen haben, wenn sie folgende Kriterien erfüllen:
 
1. .Nur noch nationale agro-industrielle Abfallstoffe dürfen in der Biogasanlage verwertet werden.
 2. Ein Import z.B. aus der Grenzregion ist untersagt.
3. Nationale Inputstoffe dürfen nur noch aus einem Radius von 25 km um die Biogasanlage stammen.
4. Lieferverträge für die Biomassen über eine Dauer von mindestens 10 Jahren müssen vorliegen.
 
 
Bedingt durch diese ministerielle Entscheidung wird der Handlungsraum bei den Biomassen erheblich eingeschränkt. Die durchschnittlichen Investitionsbeihilfen für landwirtschaftliche Biogasanlagen belaufen sich auf ca. 50%. Ohne diese Beihilfen ist an einen wirtschaftlichen Betrieb der Biogasanlagen nicht mehr zu denken.
 
2. Status quo
 
2006 gab es 26 Biogasanlagen in Luxemburg. Die installierte Leistung betrug damals 5,8 MW mit einer Stromproduktion von 27 MWh. Im Jahr 2010 ist die Anzahl der Anlagen immer noch bei 26, die installierte Leistung nahm jedoch stark zu und betrug 7,1 MW und die elektrische Produktion lag bei 47,2 GWh/a (2009).
Obwohl die Anzahl der Biogasanlagen in den letzten Jahren stagniert ist, kam es zu einer erheblichen Steigerung der Produktion. Die Ursache hierfür liegt in dem Reglement vom 8. Februar 2008, welches Biogasanlagen bei Leistungs- und Produktionssteigerung höhere Vergütungssätze zuspricht. Die erforderlichen Steigerungen (40 % Strom) sind jedoch kein Leichtes und bei Nichterreichen der Schwellenwerte hat der Anlagenbetreiber kein Anrecht auf die vorgesehene Vergütung. Des Weiteren entfällt die „prime écologique“ nach dem 10. Betriebsjahr, was zusätzlich Druck auf die Betreiber ausübt und die Erweiterung von Anlagen vorantreibt. Denn nur so kann eine Wirtschaftlichkeit über das 10. Betriebsjahr hinaus für die Betreiber bestehen bleiben.
(règlement grand-ducal de 3 août 2005 instituant une prime d’encouragement écologique pour l’électricité produite à partir de l’énergie éolienne, hydraulique, de la biomasse et du biogaz).
Dieser Zustand zeigt sehr deutlich die Entwicklung im Biogassektor in Luxemburg:
 
Ein Zuwachs an landwirtschaftlichen Biogasanlagen gibt es nicht!
Bestehende Anlagen haben eine erhebliche Effizienz- und
Produktionssteigerung vorgenommen.
 
Lediglich drei große Abfallvergärungsanlagen sind in den letzen Jahren neu entstanden:
„Minett-Kompost“, „Naturgas Kiehlen“ und „Bakona sàrl“.
 Diese Anlagen verarbeiten aber fast ausschliesslich Abfallstoffe. Beinahe die gesamte nationale Abfallmenge wird hier verarbeitet und das aufbereitete Biogas wird ins Erdgasnetz eingespeist. Obwohl bereits Bioerdgas ins Netz eingespeist wurde, sind hierzu noch keine rechtlichen Rahmenbedingungen in Kraft getreten. Außerdem findet noch keine Einspeisevergütung statt.
 
3. Zukunft
 
Die Ziele im Luxemburger Aktionsplan für erneuerbare Energie (NREAP) sowie auch in der LUXRES-Studie haben sehr deutlich das enorme Potential im Biogasbereich verdeutlicht. Der NREAP sieht im Biogasbereich für das Jahr 2020 eine installierteLeistung von 29 MW sowie eine Stromproduktion von 144 GWh voraus. Dies bedeutet eine 4-fache Steigerung der aktuellen Leistung in den kommenden 8-9 Jahren. Bei Betrachtung der national anfallenden landwirtschaftlichen Reststoffe (Gülle und Mist), wäre laut Berechnungen von CONVIS, eine Produktionssteigerung von 240 GWh Bruttoenergie zu erreichen (Substitution von 24 Mio. Liter Heizöl)! Die installierte elektrische Leistung könnte dadurch von derzeit 7,1 MW auf beachtliche 24 MW gesteigert werden. Für die restlichen 5 MW würden ca. 2.500 ha nachwachsende Rohstoffe oder landwirtschaftliche Nebenprodukte noch zusätzlich zu den landwirtschaftlichen Reststoffen benötigt. Die Autoren der LUXRES-Studie gingen derzeit von 20.000 ha nachwachsende Rohstoffe aus, also stellen diese 2.500 ha kein größeres Problem dar. Diese einfache Betrachtung verdeutlicht, dass die nationalen Biogasziele für das Jahr 2020 realistisch sind.
 
4. Forderung für die Zukunft: Güllebonus
 
Bedingt durch den vermehrten Einsatz von landwirtschaftlichen Reststoffen in einer Biogasanlage steigen auch die Kosten dieser Anlagen erheblich. Solche Mehrkosten resultieren hauptsächlich aus dem geringeren Energiegehalt von Gülle und Mist.
Als Rechenbeispiel:
1 Tonne Gülle = 35 kWh Strom
1 Tonne Energiepflanzen = 365 kWh Strom
 
Die steigenden Kosten spiegeln sich hauptsächlich in folgenden Punkten wieder:
Durch größere Durchsatzmengen steigen die Volumina bei den Fermentern/Nachgärern und den Endlagern erheblich (Mindestendlagekapa zität von 6 Monaten). Daraus ergeben sich wesentlich höhere Investitionskos ten für die Biogasanlagen.
Auch die Transportkosten von Gülle und Mist zur Biogasanlage nehmen zu.
Aus höherem Prozessenergiebedarf erfolgen geringere Wärmeverkaufserlöse.
 
Bereits in unseren Berechnungen und Forderungen aus dem Jahre 2007, die dem Wirtschaftsministerium unterbreitetund vorgestellt worden sind, sind wir von einem Gülleanteil von 50 Massenprozent in den Biogasanlagen ausgegangen. Die damaligen Forderungen lagen bereits 45 €/MWh oberhalb der Vergütungssätze, wie sie im Reglement vom 8. Februar 2008 zurückbehalten worden sind.
 
Deshalb fordern wir die Einführung eines Güllebonus in Höhe von mindestens 30 €/MWh, wenn in einer Biogasanlage mindestens 30 % vom Gesamtinput aus Gülle und Mist bestehen, um den vorangegangenen Fakten entgegenzuwirken! Der Bonus wird zu den geltenden Vergütungssätzen zusätzlich ausbezahlt. Besteht der Input zu über 50 % aus Gülle/Mist, liegen unsere Forderungen bei 50 €/ MWh, bei über 75 % bei 70 €/MWh, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage zu garantieren.
 
5. Forderung: Positivliste für Nebenprodukten aus der Lebensmittelindustrie
 
Seit jeher war das Hauptziel jeder landwirtschaftlichen Tätigkeit, die Sicherstellung von Nahrungsmitteln für den menschlichen Verzehr. Dieser Tatbestand ist auch in  Zukunft unantastbar. Wir müssen aber erkennen, dass bei der Verarbeitung von Nahrungsmittel immer ein beachtlicher Anteil anfällt, der nicht für die menschliche    Ernährung geeignet ist. In einer Zeit wo Kreislaufwirtschaft, sprich ressourcenschonende Prozesse angestrebt werden, nehmen diese hochwertigen energetischen Nebenprodukte einen wichtigen Stellenwert ein. Deshalb sollten - unabhängig von der geographischen Herkunft - solche Produkte zur Verarbeitung in einer Biogasanlage zugänglich sein.
 
 
Die europäische Richtlinie 2008/98/EG erlaubt den Mitgliedstaaten die energetische Verwertung von Nebenprodukten. Eine „Positiv-Liste“ wird im Zusammenhang mit der Umsetzung dieser in nationales Recht von der Biogasvereinigung eingereicht.
 
6. Bestehende Biogasanlagen
 
Alle Biogasanlagen müssen Anspruch haben auf die Vergütungssätze wie sie im Reglement von 8. Februar 2008 vorgesehen sind
 
7. Schlussfolgerung
Hiermit hoffen wir Ihnen einen Einblick in die aktuelle Situation im Biogassektor verschafft zu haben. Wir würden uns freuen, wenn unsere Bedenken bezüglich der aktuellen Gegebenheiten auf Verständnis stoßen. Sollten die aktuellen Vergütungstarife beibehalten werden, kann davon ausgegangen werden, dass es zu keinem nennenswerten Ausbau von Biogasanlagen kommen wird. Hinzu kommt auch noch die Tatsache, dass die „prime écologique“ vom Umweltministerium nach dem 10. Betriebsjahr der Anlage entfällt. Dadurch verschlimmert sich die finanzielle Lage vieler bestehender Anlagen noch weiter. Sofern von der Regierung ein weiterer Ausbau der Biogasnutzung gewollt ist, müssen im Rahmen einer Novellierung des Energieeinspeisegesetzes Regelungen geschaffen werden, die den drastischen Veränderungen der Rahmenbedingungen Rechnung tragen und somit zu einer positiven Entwicklung des Biogasbereiches beitragen.
 
Zusammenfassend fordern wir:
 
Die Anpassung der Tarife um 12 €/MWh, die der Biogasvereenegung bereits am
10. Dezember 2009 vom Wirtschaftsministerium zugesprochen wurde.
Die Einführung eines Güllebonus bei einer Verwertung von Gülle/Mist in der
Biogasanlage in Höhe von:
Massen-% Gülle/Mist
vom Gesamtinput 30 - 50 % 50 - 75 % 75 - 100 %
Güllebonus 30 €/MWh 50 €/MWh 70 €/MWh
 
 
 
In der Hoffnung, dass unsere Forderungen auf Akzeptanz stossen, verbleiben wir
 Mit freundlichen Grüssen.
 
Biogasvereenegung a.s.b.l.


Luxemburger Aktionsplan für erneuerbare Energie

 
Ziel bis 2020:
11% soll der Anteil der erneuerbarenEnergien am gesamt- Energieverbrauch Luxemburgs betragen

        Im Rahmen der Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23.April 2009 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen und zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinien 2001/77/EG und 2003/30/EG
      Zielsetzung bis 2020:  Installierte elektrischeLeistung 29 MW
 Aktuelle Leistung: 7,1 MW. Also  4-fachung der aktuellen Leistung
 Gebraucht werden also noch 105 Biogasanlagen in Luxemburg (ø-Leistung: 275 kW)
 Stromproduktion 144 GWh
 
 Thema Fläche:
bis 2020 werden 20% der verfügbaren Fläche  für den Energiepflanzenanbau genutzt mit gleicher Verteilung für die verschiedenen Energieträger (bei 128.073 ha sind das 25.615 ha!). (Laut LUXRES). Laut Aussagen Landwirtschaftministeriums sind ca. 20 % der Ackerfläche (11.000 ha) für E-Pflanzen vertretbar.Nachhaltigkeitskriterien beim Energiepflanzenanbau müssen aber noch ausgearbeitet werden
 
Zum erreichen dieser Ziele ist eine einheitliche und langzeitlich (min 20 Jahre) gesicherte Tarifstruktur für alle bestehenden, erweiterten und neuen BGA jedoch Voraussetzung 

  
  
Vereinfachung und Beschleunigung der administrativen Prozeduren (Fehlende Abstimmung zwischen den zuständigen Verwaltungen und Ministerien)
  
         Aktuelles Agrargesetz gültig bis 2013, fristgerechte Erneuerung ist notwendig

Weiterhin schlagen wir vor: 
         Integrierung der  Biogasstechnologie in Kombination mit einer HolzVerfeuerungsanlage in das Energiekonzept der neuen Ackerbauschule in Diekirch mit dem entsprechenden Ausbildungsangebot des Bioenergie-Technikers
 Bestimmung des Statuts und der Nutzungskriterien für das Biogassubstrat auch grenzüberschreitend